Deutschland scheitert im Viertelfinale an der Ukraine

Seit Wochen gab es in Saig und um Saig herum nur ein Thema, die Bergdorf-EM 2016 ausgetragen zum dritten Mal nach 2008 in Gspon/Schweiz, 2012 Kleinarl/Österreich und nun zum ersten Mal in Morzine, im französischen Département Haute-Savoie. Nachdem der SV Saig bereits 2012 unglücklich im Viertelfinale der Tschechischen Auswahl unterlegen war, sollte nun der große Angriff auf den Thron Europas gestartet werden.

Am frühen Donnerstagmorgen begann die Reise ins ca. 5 Stunden entfernte Morzine, um dort am ersten Tag gegen Schweden anzutreten. Die Skandinavier waren schon 2012 Vorrundengegner der Deutschen gewesen und hatten dort bei einer 3:1 Niederlage keine Chance gehabt, konnten am Ende des Turniers jedoch einen sehr guten 3. Platz feiern. Bei der Ankunft im Stadion auf 1500m Höhe stellte sich zunächst einmal Ernüchterung ein. Der extra für dieses Turnier angelegte Naturrasen stand unter Wasser und hatte sich in eine 55x35m große Schlammpfütze verwandelt, bei der versucht wurde unter großem Aufwand des französischen Helferteams das Wasser zu entfernen und die Schlammlöcher mit Sägespänen aufzufüllen. Entgegen aller Erwartung wurde das Turnier gestartet und das deutsche Spiel, als letztes an diesem Tage, konnte stattfinden. An die auf dem Saiger Kunstrasen einstudierten Spielzüge war bei dieser epischen Schlammschlacht nicht zu denken. Das Mittelfeld wurde ausschließlich mit langen Bällen der Torhüter überbrückt, um zu versuchen per Kopf oder nach einem Abpraller zum Torerfolg zu kommen. Kurz vor der Pause gelang Christian Panizic der erste deutsche Treffer des Turniers zur Führung mit der es auch in die Halbzeitpause ging. Die Schweden, die bereits in der ersten Hälfte einen Pfostentreffer und weitere gute Chancen hatten, antworteten mit einem Offensivfeuerwerk und zogen innerhalb weniger Minuten mit 3:1 davon. Das zweimal 22,5 Minuten dauernde Spiel schien entschieden, doch das Team der Nordmännner hatte nicht mit der unbeschreiblichen Moral des amtierenden Drittplatzierten der Kreisliga B, Staffel 3 gerechnet, denen es durch einen Hattrick von Kapitän Viktor Schuchart in den letzten 5 Minuten gelang dieses scheinbar verlorenen Spiel noch einmal umzubiegen.
Die anschließende Eröffnungsfeier im Ortszentrum von Morzine und dem Umzug mit den Einlaufkindern und Fahnenträgern zum „Palais des Sports“ stellte ein würdiges Rahmenprogramm dar, um den unglücklichen, vom Wetter geprägten Start in das Turnier aufzubessern.

Am Folgetag gelang es dem Organisationskommitee den Platz so zu präparieren, dass ab Nachmittag alle Spiele des Turniers dort stattfinden konnten. Wie bereits am Vortag hatte die deutsche Mannschaft das letzte Spiel des Tages und der erneut einsetzende Regen sorgte dafür, dass fast ausschließlich die deutschen Fans dem Klassiker Deutschland vs. England beiwohnten. Dieser sollte erneut in einer Schlammschlacht entschieden werden, bei der sich die Engländer einen harten Kampf mit den Spielern des SV Saig lieferten. Das frühe 1:0 durch Ralph Riedl per Kopf erhöhte Viktor Schuchart im Getümmel des englischen Strafraums zum 2:0, ehe England den Anschluss erzielen konnte. Nach der Pause setzte sich das von langen Bällen und intensiven Zweikämpfen geprägte Spiel fort. Ein erneuter Schuchart Treffer besiegelte das Ausscheiden der Engländer und bedeute das sichere Viertelfinale für die deutsche Elf. Herauszuheben in diesem Spiel ist die Verteidigung mit Dominik Meise und Christian Grimm, die durch ihren enormen Einsatzwillen und die Bereitschaft sich in jedes Kopfballduell und jeden Schuss zu werfen, den Erfolg erst möglich machten. Wenn trotzdem einmal ein Ball den Weg auf das Tor der Deutschen fand, wurde dieser von Peter Preisendanz entschärft. Das englische Team von der „Isle of Man“ überzeugte durch ihr Fairplay und wurde zusammen mit den deutschen Spielern mit Sprechchören und stehenden Ovationen von den deutschen Fans gefeiert. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen war das Minimalziel, das Erreichen des Viertelfinales, bereits erreicht. Doch schon jetzt hatte sich herauskristallisiert, dass die Turnierleitung den Amateurcharakter der vergangenen Turniere außer Acht gelassen hatte. Mit den Russen spielte ein Team in Morzine, das gespickt war mit ehemaligen Profifußballspielern, bis hin zu ehemaligen Champions League Teilnehmern und Russischen Nationalspielern. So konnte bspw. Manuel Feser aus seinem Panini-Sticker-Sammelhelft zur EURO 2008 Evgeni Aldonin wiedererkennen. Die Spielstärke der Ukrainer erschien allen Beteiligten auch wesentlich höher als es die eines Kreisligisten sein kann.

Russland, der abschließende Gegner um den Gruppensieg, hatte bei den Duellen gegen Schweden (6:1) und England (10:0) bereits seine Dominanz gezeigt und auch für die deutschen Spieler gab es bis auf eine Torchance durch Oliver Bartberger keinen Blumentopf zu gewinnen. Endstand: 8:0. Dem ebenfalls sehr stark aufspielendem Team der Ukrainer fehlte im letzten Gruppenspiel nur ein Punkt für den Gruppensieg, so dass Deutschland im Viertelfinale auf den Gastgeber aus Frankreich, als Gruppenzweiten, getroffen wäre. Doch die bereits fragwürdige Teilnahme der beiden Ostblock-Mannschaften fand ihren Höhepunkt in einer höchst unsportlichen Vorstellung der Ukrainischen Mannschaft, die zeitweise das Fußballspielen nahezu gänzlich verlernt zu haben schien. Gegen Frankreich verlor die Mannschaft ganz unverhofft mit 2:1, hatten sie doch zuvor noch Spanien (5:0) und Österreich (9:0) vom Platz gefegt. Dies wurde allerdings als taktische Maßnahme gerechtfertigt, damit sie erst im Finale auf Russland treffen würden. Somit hieß der neue Gruppengegner der deutschen Elf Ukraine.

Die Wut über das fehlende Fairplay des kommenden Gegners wurde von Nationaltrainer Curia mit einer pathetischen Rede in Motivation umgewandelt. Als die deutschen Spieler unter lautem Jubel der deutschen, aber auch der Fans anderer enttäuschter anderen Nationen wie Schweiz, Österreich, Belgien und England das Spielfeld betraten, hofften viele auf eine Sensation. Doch diese Hoffnung währte nur zwei Minuten, denn zwei Distanzschüsse in den Winkel des Tores von Peter Preisendanz sorgten für Ernüchterung. Waren die deutschen Spieler gegen Russland noch chancenlos, fighteten sie nun um ihre Ehre und um dem übermächtigen Gegner zu zeigen, dass er 45 harte Minuten gegen kämpfende Amateure zu überstehen hatte. Nach 10 Minuten brachte der Treffer zum 1:4 von Ralph Riedl die Menge zum Kochen und spätestens jetzt zeigte dies der Mannschaft, dass auch der übermächtige Gegner nur mit (aus der Heimat mitgebrachtem!) Wasser kochte. Im Anschluss an das Tor sorgte der Schweizer Schiedsrichter für wütende Proteste, als er zwei Tore der Saiger nicht gab und einen klaren Strafstoß nicht geahndet hatte. Dies ging so weit, dass er bei seinen fragwürdigen Entscheidungen mehrmals von seinen Linienrichtern überstimmt werden musste. Auch nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Teams eine verbissene Schlacht, bei der jedoch die Ukrainer ihre Konter sicher zu Ende spielten und die Deutschen die sich ihnen bietenden Chancen nicht nutzen konnten. Am Ende bleibt eine mit 1:8 erneute Kanterniederlage gegen einen aber nur scheinbar übermächtigen Gegner, dem zumindest was den Einsatz und die Leidenschaft betrifft, seine Grenzen aufgezeigt wurden.

In der Folge des Turniers mussten sich Belgien (1:4) und Italien (1:7) ebenfalls den Russen geschlagen geben. Die Ukraine konnte sich im Halbfinale gegen starke Tschechen erst im Elfmeterschießen durchsetzen, bevor auch sie von ihrem großen Nachbarn ihre Grenzen aufgezeigt bekamen (4:1 Finalsieg für Russland).

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass das Dorf Morzine einen Riesenaufwand betrieben hat, um dieses tolle Event einer Bergdorf-EM auf die Beine zu stellen und dies trotz der zum Teil katastrophalen meteorologischen Bedingungen gelang. Dafür ziehen alle mitgereisten Fans, Spieler und Betreuer ihren Hut und sagen „Chapeau! Morzine beaucoup!“. Zusätzlich konnte in Zeiten von Grenzschließungen in Europa und Austrittserwägungen aus der europäischen Gemeinschaft, ein großartiges Fußballfest mit packenden Spielen und wild durchmischt feiernden Fans genossen werden, bei dem der europäische Gemeinschaftsgedanke gestärkt und kulturelle Differenzen bei Bier, Wein, Weib und Gesang überwunden wurden. Einzig bleibt festzuhalten, dass die Profitgier von Fußballfunktionären, sei es auch nur von kleinen Sepp Blattern, mittlerweile bis in den Amateursport vorgedrungen sind und leider auch den kleinen Mann bei der Ausübung seines Lieblingssports betreffen. Der durch die Bergdorf EM erhoffte wirtschaftliche Impuls für die gastgebende und teilnehmenden Regionen wird mit Sicherheit nicht durch die sich, ausschließlich im Hotel aufhaltenden Profisportlern, gepaart mit mitgebrachter Verpflegung und Köchen gegeben, sondern von den zusammen feiernden zahlreichen Fans und Spieler unterschiedlichster europäischer Nationen. Thanks for a great weekend to FC Gspon, FC Kleinarl, Sporting Club Morzine Vallée d’Aulps, A.S.D Piedimulera juniores, FC Alhama, Wollmars FF, Peel Saint German, Bergdorf EM 2016 – Team Belgium – USFC Elsenborn, 1.BFK Frýdlant n.O.

Der SV Saig und die ca. 60 mitgereisten Fans haben wieder einmal beste Werbung für den Hochschwarzwald betrieben und möchten sich hierfür bei allen Fans, Gönnern und Sponsoren bedanken. Ein besonderes Dankeschön für Geld- und Sachspenden gilt Hochschwarzwald, Testo, Gitti Maurer und Peter Maurer, ERGO Generalagentur Christoph Spangenberg, Stefan Sigwarth, Blackroll, Florian Fuchs, Sparkasse Hochschwarzwald, Montagebetrieb Colignon ACTEAM, Reger Bauunternehmen, R+V Generalagentur Rupert Hermann, Christian Sigwarth, Georg Sigwarth, Erhard Sigwarth und last but not least Swim Fish Swim – Film & Photography für einen genialen Film.

Team Deutschland Bergdorf-EM 2016 in Morzine/ Frankreich:
Peter Preisendanz, Dominik Meise, Christian Grimm, Samuel Ribeiro, Ralph Riedl, Christian Panizic, Viktor Schuchart, Oliver Bartberger, Fabio Texeira, Max Gutmann, Jörg Mahler, Benjamin Sigwarth, Robert Pfaff, Max Diemand, Simon Latzel mit den Trainern Ignazio Curia und Tristan Diemand

Deutschland scheitert im Viertelfinale an der Ukraine

Seit Wochen gab es in Saig und um Saig herum nur ein Thema, die Bergdorf-EM 2016 ausgetragen zum dritten Mal nach 2008 in Gspon/Schweiz, 2012 Kleinarl/Österreich und nun zum ersten Mal in Morzine, im französischen Département Haute-Savoie. Nachdem der SV Saig bereits 2012 unglücklich im Viertelfinale der Tschechischen Auswahl unterlegen war, sollte nun der große Angriff auf den Thron Europas gestartet werden.

Am frühen Donnerstagmorgen begann die Reise ins ca. 5 Stunden entfernte Morzine, um dort am ersten Tag gegen Schweden anzutreten. Die Skandinavier waren schon 2012 Vorrundengegner der Deutschen gewesen und hatten dort bei einer 3:1 Niederlage keine Chance gehabt, konnten am Ende des Turniers jedoch einen sehr guten 3. Platz feiern. Bei der Ankunft im Stadion auf 1500m Höhe stellte sich zunächst einmal Ernüchterung ein. Der extra für dieses Turnier angelegte Naturrasen stand unter Wasser und hatte sich in eine 55x35m große Schlammpfütze verwandelt, bei der versucht wurde unter großem Aufwand des französischen Helferteams das Wasser zu entfernen und die Schlammlöcher mit Sägespänen aufzufüllen. Entgegen aller Erwartung wurde das Turnier gestartet und das deutsche Spiel, als letztes an diesem Tage, konnte stattfinden. An die auf dem Saiger Kunstrasen einstudierten Spielzüge war bei dieser epischen Schlammschlacht nicht zu denken. Das Mittelfeld wurde ausschließlich mit langen Bällen der Torhüter überbrückt, um zu versuchen per Kopf oder nach einem Abpraller zum Torerfolg zu kommen. Kurz vor der Pause gelang Christian Panizic der erste deutsche Treffer des Turniers zur Führung mit der es auch in die Halbzeitpause ging. Die Schweden, die bereits in der ersten Hälfte einen Pfostentreffer und weitere gute Chancen hatten, antworteten mit einem Offensivfeuerwerk und zogen innerhalb weniger Minuten mit 3:1 davon. Das zweimal 22,5 Minuten dauernde Spiel schien entschieden, doch das Team der Nordmännner hatte nicht mit der unbeschreiblichen Moral des amtierenden Drittplatzierten der Kreisliga B, Staffel 3 gerechnet, denen es durch einen Hattrick von Kapitän Viktor Schuchart in den letzten 5 Minuten gelang dieses scheinbar verlorenen Spiel noch einmal umzubiegen. 
Die anschließende Eröffnungsfeier im Ortszentrum von Morzine und dem Umzug mit den Einlaufkindern und Fahnenträgern zum „Palais des Sports“ stellte ein würdiges Rahmenprogramm dar, um den unglücklichen, vom Wetter geprägten Start in das Turnier aufzubessern.

Am Folgetag gelang es dem Organisationskommitee den Platz so zu präparieren, dass ab Nachmittag alle Spiele des Turniers dort stattfinden konnten. Wie bereits am Vortag hatte die deutsche Mannschaft das letzte Spiel des Tages und der erneut einsetzende Regen sorgte dafür, dass fast ausschließlich die deutschen Fans dem Klassiker Deutschland vs. England beiwohnten. Dieser sollte erneut in einer Schlammschlacht entschieden werden, bei der sich die Engländer einen harten Kampf mit den Spielern des SV Saig lieferten. Das frühe 1:0 durch Ralph Riedl per Kopf erhöhte Viktor Schuchart im Getümmel des englischen Strafraums zum 2:0, ehe England den Anschluss erzielen konnte. Nach der Pause setzte sich das von langen Bällen und intensiven Zweikämpfen geprägte Spiel fort. Ein erneuter Schuchart Treffer besiegelte das Ausscheiden der Engländer und bedeute das sichere Viertelfinale für die deutsche Elf. Herauszuheben in diesem Spiel ist die Verteidigung mit Dominik Meise und Christian Grimm, die durch ihren enormen Einsatzwillen und die Bereitschaft sich in jedes Kopfballduell und jeden Schuss zu werfen, den Erfolg erst möglich machten. Wenn trotzdem einmal ein Ball den Weg auf das Tor der Deutschen fand, wurde dieser von Peter Preisendanz entschärft. Das englische Team von der „Isle of Man“ überzeugte durch ihr Fairplay und wurde zusammen mit den deutschen Spielern mit Sprechchören und stehenden Ovationen von den deutschen Fans gefeiert. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen war das Minimalziel, das Erreichen des Viertelfinales, bereits erreicht. Doch schon jetzt hatte sich herauskristallisiert, dass die Turnierleitung den Amateurcharakter der vergangenen Turniere außer Acht gelassen hatte. Mit den Russen spielte ein Team in Morzine, das gespickt war mit ehemaligen Profifußballspielern, bis hin zu ehemaligen Champions League Teilnehmern und Russischen Nationalspielern. So konnte bspw. Manuel Feser aus seinem Panini-Sticker-Sammelhelft zur EURO 2008 Evgeni Aldonin wiedererkennen. Die Spielstärke der Ukrainer erschien allen Beteiligten auch wesentlich höher als es die eines Kreisligisten sein kann.

Russland, der abschließende Gegner um den Gruppensieg, hatte bei den Duellen gegen Schweden (6:1) und England (10:0) bereits seine Dominanz gezeigt und auch für die deutschen Spieler gab es bis auf eine Torchance durch Oliver Bartberger keinen Blumentopf zu gewinnen. Endstand: 8:0. Dem ebenfalls sehr stark aufspielendem Team der Ukrainer fehlte im letzten Gruppenspiel nur ein Punkt für den Gruppensieg, so dass Deutschland im Viertelfinale auf den Gastgeber aus Frankreich, als Gruppenzweiten, getroffen wäre. Doch die bereits fragwürdige Teilnahme der beiden Ostblock-Mannschaften fand ihren Höhepunkt in einer höchst unsportlichen Vorstellung der Ukrainischen Mannschaft, die zeitweise das Fußballspielen nahezu gänzlich verlernt zu haben schien. Gegen Frankreich verlor die Mannschaft ganz unverhofft mit 2:1, hatten sie doch zuvor noch Spanien (5:0) und Österreich (9:0) vom Platz gefegt. Dies wurde allerdings als taktische Maßnahme gerechtfertigt, damit sie erst im Finale auf Russland treffen würden. Somit hieß der neue Gruppengegner der deutschen Elf Ukraine.

Die Wut über das fehlende Fairplay des kommenden Gegners wurde von Nationaltrainer Curia mit einer pathetischen Rede in Motivation umgewandelt. Als die deutschen Spieler unter lautem Jubel der deutschen, aber auch der Fans anderer enttäuschter anderen Nationen wie Schweiz, Österreich, Belgien und England das Spielfeld betraten, hofften viele auf eine Sensation. Doch diese Hoffnung währte nur zwei Minuten, denn zwei Distanzschüsse in den Winkel des Tores von Peter Preisendanz sorgten für Ernüchterung. Waren die deutschen Spieler gegen Russland noch chancenlos, fighteten sie nun um ihre Ehre und um dem übermächtigen Gegner zu zeigen, dass er 45 harte Minuten gegen kämpfende Amateure zu überstehen hatte. Nach 10 Minuten brachte der Treffer zum 1:4 von Ralph Riedl die Menge zum Kochen und spätestens jetzt zeigte dies der Mannschaft, dass auch der übermächtige Gegner nur mit (aus der Heimat mitgebrachtem!) Wasser kochte. Im Anschluss an das Tor sorgte der Schweizer Schiedsrichter für wütende Proteste, als er zwei Tore der Saiger nicht gab und einen klaren Strafstoß nicht geahndet hatte. Dies ging so weit, dass er bei seinen fragwürdigen Entscheidungen mehrmals von seinen Linienrichtern überstimmt werden musste. Auch nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Teams eine verbissene Schlacht, bei der jedoch die Ukrainer ihre Konter sicher zu Ende spielten und die Deutschen die sich ihnen bietenden Chancen nicht nutzen konnten. Am Ende bleibt eine mit 1:8 erneute Kanterniederlage gegen einen aber nur scheinbar übermächtigen Gegner, dem zumindest was den Einsatz und die Leidenschaft betrifft, seine Grenzen aufgezeigt wurden.

In der Folge des Turniers mussten sich Belgien (1:4) und Italien (1:7) ebenfalls den Russen geschlagen geben. Die Ukraine konnte sich im Halbfinale gegen starke Tschechen erst im Elfmeterschießen durchsetzen, bevor auch sie von ihrem großen Nachbarn ihre Grenzen aufgezeigt bekamen (4:1 Finalsieg für Russland).

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass das Dorf Morzine einen Riesenaufwand betrieben hat, um dieses tolle Event einer Bergdorf-EM auf die Beine zu stellen und dies trotz der zum Teil katastrophalen meteorologischen Bedingungen gelang. Dafür ziehen alle mitgereisten Fans, Spieler und Betreuer ihren Hut und sagen „Chapeau! Morzine beaucoup!“. Zusätzlich konnte in Zeiten von Grenzschließungen in Europa und Austrittserwägungen aus der europäischen Gemeinschaft, ein großartiges Fußballfest mit packenden Spielen und wild durchmischt feiernden Fans genossen werden, bei dem der europäische Gemeinschaftsgedanke gestärkt und kulturelle Differenzen bei Bier, Wein, Weib und Gesang überwunden wurden. Einzig bleibt festzuhalten, dass die Profitgier von Fußballfunktionären, sei es auch nur von kleinen Sepp Blattern, mittlerweile bis in den Amateursport vorgedrungen sind und leider auch den kleinen Mann bei der Ausübung seines Lieblingssports betreffen. Der durch die Bergdorf EM erhoffte wirtschaftliche Impuls für die gastgebende und teilnehmenden Regionen wird mit Sicherheit nicht durch die sich, ausschließlich im Hotel aufhaltenden Profisportlern, gepaart mit mitgebrachter Verpflegung und Köchen gegeben, sondern von den zusammen feiernden zahlreichen Fans und Spieler unterschiedlichster europäischer Nationen. Thanks for a great weekend to FC Gspon, FC Kleinarl, Sporting Club Morzine Vallée d'Aulps, A.S.D Piedimulera juniores, FC Alhama, Wollmars FF, Peel Saint German, Bergdorf EM 2016 - Team Belgium - USFC Elsenborn, 1.BFK Frýdlant n.O.

Der SV Saig und die ca. 60 mitgereisten Fans haben wieder einmal beste Werbung für den Hochschwarzwald betrieben und möchten sich hierfür bei allen Fans, Gönnern und Sponsoren bedanken. Ein besonderes Dankeschön für Geld- und Sachspenden gilt Hochschwarzwald, Testo, Gitti Maurer und Peter Maurer, ERGO Generalagentur Christoph Spangenberg, Stefan Sigwarth, Blackroll, Florian Fuchs, Sparkasse Hochschwarzwald, Montagebetrieb Colignon ACTEAM, Reger Bauunternehmen, R+V Generalagentur Rupert Hermann, Christian Sigwarth, Georg Sigwarth, Erhard Sigwarth und last but not least Swim Fish Swim - Film & Photography für einen genialen Film.

Team Deutschland Bergdorf-EM 2016 in Morzine/ Frankreich:
Peter Preisendanz, Dominik Meise, Christian Grimm, Samuel Ribeiro, Ralph Riedl, Christian Panizic, Viktor Schuchart, Oliver Bartberger, Fabio Texeira, Max Gutmann, Jörg Mahler, Benjamin Sigwarth, Robert Pfaff, Max Diemand, Simon Latzel mit den Trainern Ignazio Curia und Tristan Diemand
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